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1966 – 2066

Die Tradition tanzt mit der Zukunft
 

Wie sieht die Ballettschule Oremek-Reeves in zehn, zwanzig oder vierzig Jahren aus?

 

Eine Frage, die ich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht beantworten kann.
Aber eines weiß ich:

Ich weiß, wohin ich möchte.

 

1966 – Das Fundament

Am 3. November 1966 legte Waltraud Oremek-Reeves mit der ersten Ballettstunde den Grundstein für unsere Ballettschule.

Was damals mit klassischem Ballett begann, ist über sechs Jahrzehnte gewachsen. Nicht, indem wir unsere Wurzeln verlassen haben oder jedem neuen Trend hinterhergelaufen sind, sondern indem wir auf diesem Grundstein aufgebaut und über die Jahre ein starkes und solides Fundament geschaffen haben.

Der klassische Ballettunterricht wurde um neoklassisches Ballett, Charaktertanz und Stepptanz ergänzt; später kamen Hip-Hop, Contemporary und Lyric-Dance hinzu. Unterrichtsmethoden und Pädagogik entwickelten sich weiter, neue Generationen kamen und neue Ideen entstanden.

Die Ballettschule entwickelte sich und expandierte. Auch unsere jährlichen Aufführungen wuchsen mit uns: von einer kleinen Bühne im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche bis hin zur großen Bühne des Kurtheaters.

Das Fundament blieb. Die Ballettschule entwickelte sich weiter.

Und genau das möchten wir auch in Zukunft tun.

 

2026 – 60 Jahre

Wir haben einen langen Weg zurückgelegt, auf den meine Mutter und ich heute mit großer Freude und auch mit Stolz zurückblicken.

Die Ballettschule Oremek-Reeves unterrichtet derzeit mehr als 200 Schülerinnen und Schüler auf knapp 180 Quadratmetern in unserem Stammhaus im Langwiesenweg 15a.

Gerade die vergangenen Jahre haben uns viel abverlangt. Die Zeit der Pandemie mit geschlossenen Schulen, geschlossenen Turnhallen und schließlich auch unserem geschlossenen Ballettsaal war geprägt von großer Unsicherheit und Zukunftssorgen.
 

Umso dankbarer bin ich, heute sagen zu können:

In unserem 60. Jubiläumsjahr steht die Ballettschule Oremek-Reeves stärker da als je zuvor.

Unser starkes Fundament hat uns auch durch schwierige Zeiten getragen.
 

Heute darf ich zudem auf ein Team aus Pädagoginnen und professionellen Tänzerinnen bauen. Besonders stolz bin ich darauf, mit Vicky und Evilyn zwei hervorragende Fachkräfte für unsere Ballettschule gewonnen zu haben. Dadurch können wir unseren hohen fachlichen und pädagogischen Anspruch in allen Klassen gewährleisten – auch dort, wo ich den Unterricht aus zeitlichen Gründen nicht selbst übernehmen kann.

Und damit ist der nächste Schritt vorbereitet.

 

2036 – 70 Jahre

Wo werden wir in zehn Jahren stehen?

Diese Zukunft ist gar nicht mehr so weit entfernt und an einigen ihrer Bausteine arbeiten wir bereits heute.

Die Ballettschule soll weiter wachsen: tänzerisch, pädagogisch und auch räumlich. Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler auf knapp 180 Quadratmetern zeigen uns heute schon, dass Entwicklung auch Raum braucht.

Deshalb beschäftigen wir uns bereits intensiv damit, wie die Ballettschule der kommenden Jahrzehnte aussehen kann.


Mehr Raum für Tanz. Mehr Raum für Unterricht. Mehr Raum für Proben. Mehr Raum für neue Ideen. Mehr Raum für Kreativität. Mehr Raum für Entfaltung. 
 

Neue und zusätzliche Räumlichkeiten sollen uns ermöglichen, unser Unterrichtsangebot weiter auszubauen, neue Tanzrichtungen aufzunehmen und gleichzeitig bessere Möglichkeiten für Proben, Workshops und besondere Projekte zu schaffen.
 

Dabei geht es mir nicht darum, einfach nur größer zu werden.

Meine Ballettschule soll sinnvoll wachsen.
 

Die persönliche Atmosphäre unserer Ballettschule, die individuelle Betreuung unserer Schülerinnen und Schüler und die Verbindung zwischen hoher tänzerischer Qualität und verantwortungsvoller Pädagogik sollen auch in einer größeren Ballettschule erhalten bleiben.
 

Gleichzeitig möchte ich neue Ideen verwirklichen, neue Unterrichtsangebote entwickeln und Möglichkeiten schaffen, von denen wir heute vielleicht erst einen kleinen Teil erahnen können.

Ideen dafür gibt es mehr als genug.
 

Mein Ideenpool ist bereits heute bis an den Rand gefüllt.

Vielleicht werden manche dieser Ideen bis 2036 längst zum selbstverständlichen Alltag unserer Ballettschule gehören. Andere werden erst auf dem Weg dorthin entstehen.
 

Denn auch in Zukunft werden wir nicht jedem Trend hinterherlaufen. Wir werden genau hinschauen, was zu uns, zu unseren Schülerinnen und Schülern und zu unserem pädagogischen Anspruch passt.

Was gut ist, darf bleiben.

Was besser werden kann, werden wir weiterentwickeln.

Und was wirklich Neues entstehen lässt, werden wir mit Mut ausprobieren.
 

Denn eines wird sich auch in den kommenden zehn Jahren nicht verändern:

Unser Anspruch, die große Kunst des Balletts und des Tanzes auf höchstem fachlichem Niveau und zugleich mit pädagogischer Verantwortung an die nächste Generation weiterzugeben.

2036 möchten wir deshalb nicht einfach nur zehn Jahre älter sein.

Wir möchten zehn Jahre weiter sein.

 

2046 – 80 Jahre

Wieder werden Kinder unsere Ballettschule betreten, deren Mütter vielleicht schon bei uns getanzt haben.

Vielleicht sogar deren Großmütter.
 

Neue Tanzrichtungen werden entstanden sein. Unterrichtsmethoden werden sich weiterentwickelt haben. Auch die Welt, in der Kinder aufwachsen, wird eine andere sein.

Und selbstverständlich werden auch wir uns weiterentwickeln.

Denn Tradition bedeutet für uns nicht, stehen zu bleiben.

Tradition bedeutet, das Wertvolle zu bewahren und gleichzeitig den Mut zu haben, Neues entstehen zu lassen.
 

Vielleicht werden zu diesem Zeitpunkt bereits die sechste oder siebte Generation von Familien mit unserer Ballettschule verbunden sein.

Für mich ist das ein wundervoller Gedanke.

 

 

2056 – 90 Jahre

Spätestens hier wird es richtig spannend.

Welche unserer heutigen Visionen werden bis dahin Wirklichkeit geworden sein?

Welche neuen werden hinzugekommen sein?

Vielleicht werden wir Tanzformen unterrichten, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass es sie eines Tages geben wird. Vielleicht werden technische Möglichkeiten ganz selbstverständlich zum Unterricht gehören, die wir uns heute kaum vorstellen können.
 

Aber eines wird geblieben sein! 

Eine Ballettschule, in der Kinder nicht nur Schritte lernen.

Sondern Musikalität und Ausdruck. Disziplin und Durchhaltevermögen. Selbstvertrauen und Verantwortung. Gemeinschaft und die Freude daran, gemeinsam etwas Besonderes entstehen zu lassen.
 

Eine Schule, die jungen Menschen Werte vermittelt und sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleitet.

Eine Schule, in der höchste tänzerische Qualität und verantwortungsvolle Pädagogik auch nach neun Jahrzehnten untrennbar miteinander verbunden sind.

 

2066 – 100 Jahre Ballettschule Oremek-Reeves

Und dann?

100 Jahre.

Was für ein Gedanke.
 

Vielleicht wird im Jahr 2066 ein kleines Mädchen zum ersten Mal unsere Ballettschule betreten.

Vielleicht wird seine Mutter erzählen, dass sie selbst hier getanzt hat.

Vielleicht wird seine Großmutter lächeln und sagen:

„Ich auch.“


Mit Sicherheit hängt irgendwo ein Foto aus dem Jahr 1966.

Das Foto einer Frau, die den Mut hatte, etwas zu beginnen, von dem damals niemand wissen konnte, wohin dieser Weg einmal führen würde:

Waltraud Oremek-Reeves.

Sie legte 1966 das Fundament.

Meine Aufgabe ist es, darauf weiterzubauen.
 

Ich möchte die Ballettschule weiterwachsen lassen. Neue Räume schaffen. Neue Ideen verwirklichen. Bewährtes erhalten und Neues wagen.
 

Vor allem aber möchte ich auch in Zukunft Generationen von Schülerinnen und Schülern die große Kunst des Ballettes – mit all seinen unterschiedlichen und faszinierenden Facetten – vermitteln und sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten.
 

Denn nach 60 Jahren wissen wir:

Zukunft entsteht nicht, indem man Tradition hinter sich lässt.
Zukunft entsteht, indem man sie weiterentwickelt.

 

1966 war der Anfang

2026 ist ein Meilenstein.

und 2066?

 

Darauf freue ich mich schon jetzt.

Und eines kann ich euch heute bereits heute versprechen:

Ich werde dabei sein. 😊
 

So wie meine Mutter heute mit 90 Jahren den Weg der Ballettschule noch immer aufmerksam verfolgt und – wann immer es ihr möglich ist – begleitet, werde auch ich mir das 100-jährige Jubiläum ganz sicher nicht entgehen lassen.
 

Dann bin ich selbst 91 Jahre alt und vielleicht nicht mehr ganz so fit und agil wie heute.
 

Aber eines steht fest:

Zum 100. Geburtstag meiner Ballettschule bin ich da! 😊 Versprochen!

Mit Sicherheit sitze ich im Ballettsaal, beobachte die nächste Generation beim Unterricht, korrigiere – immer noch 😊 – Füße und Arme und denke: wie schön, 

 

die Tradition tanzt noch immer mit der Zukunft.

 

Eure Jasmin 

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